ERZIEHUNG
Katzen haben ihren eigenen Kopf und lassen sich zu nichts zwingen. Das Katzenkind lernt durch Nachahmen. Es hat seine Mutter beobachtet und nachgeahmt, was diese getan hat. Diese Rolle müssen nun Sie übernehmen. Vorbild spielen ist das einzig Sinnvolle bei der Erziehung von Jungkatzen.
Fünf Erziehungsregeln
  • Immer ruhig mit der Katze sprechen. Erst wenn sie Vertrauen zu Ihnen hat, tut sie auch das, was Sie wollen.
  • Stets nur das Gleiche verbieten. Verwehren Sie ihr nicht heute das Betteln am Tisch und füttern Sie sie morgen.
  • Nicht schreien. Äußern Sie ein bestimmtes "Nein!". Nie jedoch den Namen der Katze zur Abwehr ausstoßen.
  • Konsquent bleiben. Benutzen Sie stets dieselben Ausdrücke, wie "Nein!", "Pfui!", "Runter!" oder "Raus!".
  • Immer sofort loben und tadeln. Streicheln oder belohnen Sie die Katze, wenn Sie Ihnen gefolgt hat. Tadeln Sie bestimmt und klar mit Worten, allenfalls mit einem leichten Klaps mit der Zeitung, aber nur, wenn Sie sie in flagranti ertappen.
Sauberkeit

In der Regel ist ein junges Kätzchen stubenrein. Ab der 3. Woche fängt es an, aufs Katzenklo zu gehen. Es hat seine Mutter nachgeahmt, denn diese kümmert sich nun nicht mehr um die Sauberkeit ihrer Kinder.

Jetzt ist es an Ihnen, das Kätzchen an den neuen Platz der Klokiste zu gewöhnen. Wenn sie merken, daß es muß, setzen Sie es schnell hinein. Dazu müssen Sie es beobachten. Meistens miaut es, sucht und scharrt herum, bevor es sich mit hochgestelltem Schwänzchen hinhockt und sein Geschäft verrichtet. Anschließend loben und streicheln Sie es.

Krallen schärfen
Die Katze muß lernen, ihre Krallen nicht an Möbeln oder Tapeten zu wetzen, sondern an dem dafür vorgesehenem Kratzgegenstand. Sobald Sie sehen, daß die Katze sich anschickt, am Sessel oder Teppich zu kratzen, bringen Sie sie zu dem Kratzmöbel. Zeigen Sie ihr, wie sie sich die Krallen daran wetzen kann, indem Sie ihre Pfötchen darauf hin und herführen. Wiederholen Sie das ein paar mal, bis die Katze es begriffen hat.
Am Tisch betteln

Um einer Katze das Betteln am Tisch abzugewöhnen, müssen Sie mit eiserner Konsequenz vorgehen.

  • Geben Sie ihr in ihren Napf ein wenig Futter, während Sie sich zum Essen hinsetzen.
  • Verwehren Sie ihr mit einem bestimmten "Nein!" das Näherkommen, wenn sie sich in Richtung des Tisches begibt.
  • Springt Sie Ihnen während des Essens auf den Schoß, setzen Sie sie mit dem Befehl "Runter!" auf den Boden.
  • Lassen Sie sich auf keinen Fall hinreißen, ihr auch nur einmal etwas zu geben. Damit wären alle bisherigen Maßnahmen zunichte gemacht.
Unarten abgewöhnen

Blumenspritze, Blasebalg, Alukettchen oder Wasserpistole sind Gegenstände, die zur Abschreckung per Überraschung bei hartnäckigen Wiederholungstätern dienen können. Achten Sie darauf, daß Sie die Katze auf frischer Tat ertappen und den Wasserstrahl oder das Alukettchen wortlos in Aktion setzen. Sie darf nicht darauf gefaßt sein und den "Hemmreiz" nicht mit Ihnen in Zusammenhang bringen.

Noch erfolgreicher ist die Anwendung beispielsweise des Kettchens, wenn es Ihnen gelingt, stets zu Beginn der unerwünschten Tätigkeiten zu werfen. Wichtig: Damit es seine magische Wirkung nicht verliert, darf die Katze das Klirren des Alukettchens nur in Augenblick der jeweiligen "Strafaktion" hören.

An der Leine gehen

Katzen sind kein Hunde, die man an der Leine "Gassi" führen kann. Etwas anderes ist es, sie an die Leine zu gewöhnen, was sich in einigen Fällen als ganz nützlich erweist, zum Beispiel beim Gang zum Tierarzt.

Am praktischsten ist das Katzengeschirr, das um Brust und Bauch führt. Und so gehen Sie vor:

  • An die Leine gewöhnen. Lassen Sie die Katze einige Tage mit der Leine spielen.
  • Das Brustgeschirr anlegen. Zunächst kurz, dann immer länger, Lassen Sie die Katze vorher damit spielen.
  • An den Zug gewöhnen. Brustgeschirr anlegen, Leine einklinken und die Katze mit einem Spielzeug locken, so daß sich die Leine strafft und sie sich an das Gefühl gewöhnt. Loben und Streicheln, wenn sie ihre Sache gut macht.
  • An der Leine gehen. Katze mit einem Leckerbissen locken. so daß sie vorwärts geht. Loben und Streicheln nicht vergessen, wenn es klappt. Anschließend die Katze ohne Leckerbissen in der Wohnung herumführen, bis sie, ohne sich zu sperren, geht. Jetzt ist sie bereit für den ersten Ausflug.